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Der Reithelm
Nachdenkliches und Wissenswertes
verfasst von Manfred Grebler
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Über das Tragen eines Reithelms Mir wäre es eigentlich viel lieber, ich müßte die folgenden einleitenden Zeilen gar nicht erst schreiben. Nämlich dann, wenn für alle Reiter das Tragen eines Sicherheits-Reithelms eine Selbstverständlichkeit wäre. Leider ist eher das Gegenteil der Fall: Die sicherheitsbewußten ReiterInnen sind in fast allen Ställen in der (deutlichen) Minderzahl und werden mitunter sogar belächelt. Höchstens zum Springen wird der (oft völlig veraltete und damit wenig Schutz bietende) Reithelm noch aus irgendeiner Ecke geholt, uns selbst dann nicht immer. Frägt man diese Helm-Muffel nach den Gründen für ihr Verhalten bekommt man (oft höchst erstaunt) die unterschiedlichsten Antworten zu hören, am häufigstens sicher "ich fall nicht vom Pferd" oder "unbequem". Wohl der häufigste eigentliche Grund dürfte Eitelkeit sein. Vielleicht gar nicht so sehr daß es angeblich einfach blöd aussieht, sondern weil es einfach als "uncool" empfunden wird, und das keineswegs nur im jugendlichen Alter. Denn schließlich ist man ja ein "erfahrener" Reiter, und als solcher fällt "man" nicht vom Pferd, also braucht es auch keinen Reithelm. (Oder das eigene Pferd ist ja soooo brav.) Gerade erfahrene Reiter sollten jedoch wissen, daß IMMER etwas passieren kann, daß auch das bravste Pferd mal erschrecken oder stürzen kann. Ein Umdenken erfolgt häufig erst dann, wenn man selbst einen schweren Sturz erlitten hat oder einen solchen live miterlebt hat. Doch dann kann es mitunter auch schon zu spät sein! Nicht alle haben soviel Glück wie eine Bekannte von mir, die sich nach einer Schädelfraktur entscheiden konnte, in Zukunft dann doch lieber nur noch mit Helm zu reiten... In gewisser Weise auch Schuld an dieser Einstellung sind sowohl die Reitlehrer als auch die deutschsprachigen Reitbücher und Pferdemagazine. Reitlehrer könnten mit gutem Beispiel vorangehen und sollten auch wesentlich konsequenter auf das Tragen von (normgerechten!) Reithelmen bestehen - auch bei Erwachsenen - um dies wesentlich selbstverständlicher werden zu lassen.. Was in dieser Hinsicht mitunter in Reitschulen zu sehen ist, spottet jeder Beschreibung. (Wobei natürlich von einer RL, welche nicht einmal beim Springen selbst einen Reithelm aufsetzt - eigene Beobachtung - kaum eine erzieherische Wirkung zu erwarten ist...) Schaut man sich die deutschsprachigen Publikationen an, finden sich oftmals noch überwiegend Fotos von ReiterInnen ohne Reithelm. In den letzten paar Jahren hat sich das zwar gebessert, jedoch sollten hier Autoren und Herausgeber viel mehr Verantwortungsbewußtsein zeigen und an die (auch unbewußte) Vorbildfunktion ihrer Fotos denken. Eine völlig andere Einstellung herrscht übrigens zum Beispiel in England. Die dort verlegten Reitbücher (zumindest die mit bekannten) zeigen praktisch ausnahmslos Reiter mit Helm. Auch in der Reit-Praxis ist dort der Reithelm wesentlich verbreiteter als bei uns. Was ich so gehört habe sind Reitschüler ohne Kopfschutz dort fast undenkbar. In meinen Augen gibt es schlichtwegs keinen vernünftigen Grund, ohne Schutzhelm auf ein Pferd zu steigen. Es gibt heute eine reiche Auswahl an leichten und luftigen Reithelmen, die das Tragen auch bei sommerlichen Temperaturen zumindest erträglich gestalten. Auch der Preis sollte nun wirklich kein Hindernis darstellen. Brauchbare Reithelme sind heute bereits ab ca. 30 Euro zu bekommen. Wobei man natürlich für mehr Sicherheit und/oder Komfort auch fast beliebig viel Geld ausgeben kann. Mitunter müssen Schauergeschichten über durch den Helm verursachte Verletzungen als Begründung herhalten. Abgesehen davon, daß die meisten derartigen Fälle wohl durch veraltete oder schlecht sitzende Reithelme verursacht wurden: Ein gebrochenes Nasenbein ist immer noch besser als ein Schädelbruch !! Auch wenn schon viel gewonnen wäre, wenn die meisten ReiterInnen wenigstens beim Ausreiten einen Helm aufsetzen würden: Ich sehe auch keinen Grund, in der Halle oder auf dem Platz beim Dressur-Reiten darauf zu verzichten! Selbst wenn objektiv das Sturz- und Verletzungsrisiko dort vielleicht etwas geringer ist: Mit dem Kopf voraus in die Bande zu fliegen ist kein Spaß! Aber gerade hier ist wohl die "ICH falle doch nicht"-Mentalität besondern schwer wegzukriegen... Wer der Sinn eines Reithelms erstmal verinnerlicht hat und daran gewöhnt ist, ständig mit einem solchen zu reiten, bekommt dann auch direkt ein ungutes Gefühl wenn man z.B. mal nur eben schnell ein Pferd trocken reiten soll und gerade der Helm nicht griffbereit ist. ;-) Zum Abschluß dieses sicherlich etwas persönlichen und emotionalen Einleitungskapitels daher nochmal meine dringende Bitte: Leute, schützt Euren Kopf so gut ihr könnt, Ihr habt nur einen!! Und laßt Euch nicht von schrägen Blicken und dümmlichen Bemerkungen Eurer Stallkollegen beeinflußen.
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Nur beim Springen sehen die meisten Reiter dessen Notwendigkeit ein, aber auch da gibt es leider noch immer unrühmliche Ausnahmen. |
Leider alles andere als selbstverständlich hingegen ist für die Mehrzahl der Reiter das Tragen eines Reithelms im Gelände. |
Ein wirklich seltener Anblick sind dann Dressur-Reiter mit Helm... |