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| Infos zur Sicherheit beim Reiten | ||||||
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| Tragen eines Reithelms | Hinweise und Tipps zu Kauf und Benutzung | Kleiner Einkaufsführer und Marktübersicht |
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Der Reithelm
Nachdenkliches und Wissenswertes
verfasst von Manfred Grebler
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Hinweise und Tipps zu Kauf und Benutzung eines Reithelms |
Wer einmal die Hinweise zum Einstellen eines Casco-Helms gelesen hat, sieht sofort, daß hier die Begurtung völlig falsch eingestellt ist. |
Des öfteren treffe ich auf Reiter, die zwar regelmäßig mit Reithelm reiten und von dessen Sinn überzeugt sind. Aber was da teilweise auf den Köpfen dieser Leute zu sehen ist, läßt einen nur erschaudern:
10 Jahre alte Reitkappen mit von weitem sichtbaren Beschädigungen, die höchstens noch einen Minimalschutz bieten können.
Oder zwar aktuelle Reithelme, aber völlig falsch eingestellt mit munter in der Luft rumhängenden Befestigungsgurten, die so im Falle eines Sturzes unter Umständen tatsächlich mehr schaden als nutzen können usw.
Daher sei an dieser Stelle eindringlich darauf hingewiesen, daß nur ein moderner, richtig sitzender Reithelm eine ausreichende Sicherheit bietet! Aufgrund von Alterung (Hitze, Kälte, UV-Strahlung) der eingesetzten Kunststoffe ist davon auszugehen, daß bei Reithelmen die länger als 5 Jahre im Gebrauch sind bereits mit einer reduzierten Schutzwirkung zu rechnen ist. Selbstverständlich sind Reithelme mit äußerlich sichtbarer Beschädigung der Begurtung oder der stoßabsorbierenden Schicht sofort zu ersetzen. Gleiches gilt wenn man bei einem Sturz tatsächlich auf den Kopf gefallen ist. Auch das Fallenlassen (oder gar Werfen - bei Kindern zu beobachten) auf harten Boden kann die Schutzwirkung nachhaltig verschlechtern. |
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So ist es richtig! |
Bei fast allen Leichthelme kann die Beriemung unter anderem durch die Position des "Y-Verteilers" eingestellt werden. Dieser sollte wie auf
dem unteren Bild links zu sehen ist in aller Regel (ob es Ausnahmen gibt weiß ich nicht) etwa knapp unter dem Ohr plaziert sein. Dies sollte in
der Anleitung zum Helm erklärt sein. Auch gemäß meinen eigenen Versuchen ist dies die Position, bei der sich der Helm am wenigsten leicht aus seiner
korrekten Position verschieben lässt. (Vorausgesetzt der Kinnriemen und der Rest der Begurtung sind fest angezogen!!)
Geradezu peinlich ist es dann aber, wenn in Katalogabbildungen eine völlig falsche Position (ähnlich wie im oberen Bild) zu sehen ist. Oder man an Hand der Abbildung schon erkennen kann, daß es aufgrund der Konstruktion völlig unmöglich ist, die korrekte Position zu erreichen. Da kann man nur sagen: Finger weg !! |
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Welchen Reithelm soll man nun kaufen? - Testberichte Fast alle heute erhältlichen Reithelme entsprechen der europäischen Norm EN1384. Diese Norm schreibt Mindestanforderungen an Reithelme fest. Zu beachten ist jedoch, daß diese Norm im Laufe der Zeit mehrfach überarbeitet wurde. Aktuell sind die Fassungen von 1996 bzw. 2002. Reithelme die bis 1996 gebaut wurden entsprechen daher nicht mehr den aktuellen Anforderungen. (Abgesehen davon, daß so alte Reithelme aus o.g. Gründen sowieso einfach nur entsorgt gehören!) Es gibt auch die englische "PAS015" umd amerikanische "ASTM F1163" Normen, welche sich in Einzelheiten zwar von der EN-Norm unterscheiden, im Wesentlichen aber mindestens die selben Sicherheitsanforderungen stellen.
Immer wieder werden Fragen gestellt nach dem "sichersten" Reithelm. Leider läßt sich die Frage nach der Qualität
(im Sinne von Sicherheit) der zahllosen angebotenen Reithelme nicht eindeutig beantworten.
Solange es keine genormten Prüfverfahren gibt UND jeder Hersteller die entsprechenden Meßwerte bekanntgibt
(wie es z.B. im Bereich der alpinen Sicherungstechnik üblich ist), bleibt ein Vergleich schwierig bis unmöglich.
Viel wichtiger als die höchste Sicherheit (die man sowieso im Einzelfall nicht überprüfen kann) erscheint mir,
daß der Reithelm bequem ist und rutschfest sitzt. Und dies hängt entscheidend von der individuellen Kopfform ab, so daß hier keine
allgemein gültigen Empfehlungen zu geben sind.
In diesem Zusammenhang vielleicht noch ein Wort zu der EN-Norm für Reithelme und deren Bedeutung:
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Grobe Einteilung der erhältlichen Reithelme Die meisten der heute käuflichen Reithelme kann man in ein paar Klassen einteilen.
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A. Reithelme in "klassischer Form" Mit meist schwarzem oder blauem (selten andere Farben) Samtbezug sind sie quasi die "Urform" der Reitkappe. Auch diese wurden natürlich ständig weiterentwickelt und verbessert. Manche Leute ziehen diese klassische Form aus optischen Gründen den moderneren Helmtypen vor, dies ist natürlich reine Geschmackssache. Diese Reithelme werden durchwegs in festen Größen angeboten, so daß beim Kauf genau auf die richtige Größe geachtet werden muß. Die preiswerteren Varianten haben durchwegs die übliche 3-Punkt-Beriemung aus Nylon, es gibt aber auch höherpreisige Modelle (insbesondere in England) mit 4-Punkt-Beriemung aus Leder. Auf dem Markt sind z.B. Helme von Wembley, Horka, Charles Owen sowie zahlreiche NoName-Produkte. Der größte Nachteilig ist die sich vorallem im Sommer bemerkbar machende schlechte (um nicht zu sagen: nicht vorhandene) Belüftung, die stark für den schlechten Ruf von Reithelmen verantwortlich ist. Andererseits haben diese Helme allesamt eine glatte (mitunter auch gut gepolsterte) Helmkante, was Druckstellen an der Stirn eher unwahrscheinlich macht, sofern die Helmform mit der Schädelform einigermassen übereinstimmt.
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Fotos © M. Grebler |
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B: Reithelme in "Leichtbauweise" Dieser den Fahrradhelmen nachempfundene Helmtyp wurde meines Wissens als erstes von der Firma Casco vorgestellt, welche auch nach wie vor den größten Marktanteil inne hat. Zwischenzeitlich haben natürlich auch viele andere Hersteller diese Idee aufgegriffen und bieten ebenfalls mehr oder weniger gelungene Konstruktionen dieser Art an. Die meisten Reithelme gibt es in verschiedenen Farben und Oberflächen. Diese Helme sind in gewissen Grenzen an den Kopfumfang anpassbar, so daß es nur 2 oder 3 verschiedener Größen pro Modell bedarf. Für die Verstellung des Kopfumfangs werden unterschiedliche Prinzipien verwendet: Die primitivste Form sind Kletteinlagen unterschiedlicher Dicke, die meisten Helme haben aber inzwischen eine Art Drehrad, mit dessen Hilfe der Reithelm auch dann verstellt werden kann, wenn er sich bereits auf dem Kopf befindet. Der ganz klare Vorteile dieser Reithelme ist die Belüftung durch mehr oder weniger große Luftschlitze oder Luftlöcher. Gerade im Sommer macht sich dies doch sehr angenehm bemerkbar. Die maximale Größe der Schlitze bzw. Löcher ist übrigens durch die DIN-Norm begrenzt, damit sich darin keine dickeren Äste o.ä. verfangen können. Sinnvollerweise haben einige Reithelme hinter den Luftöffnungen feine Gitter angebracht, so daß keine Insekten bis zum Kopf vordringen können. Man sollte übrigens darauf achten, daß die eventuell sich am Helmrand befindlichen Kühlrippen keine Druckstellen an der Stirn verursachen. Dies ist ganz von der persönlichen Kopfform abhängig. (Ich selbst kann z.B. keine Casco Helme der alten Typen Youngster oder Master mehr benutzen, diese haben schon geschwollene Druckstellen an der Stirn verursacht.) Neben den Reithelmen der Firma Casco sind vorallem jene von Horka und Troxel zu erwähnen. Darüberhinaus gibt es natürlich eine Menge Noname- und Handelsmarken-Produkte unbekannter Herkunft.
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Foto © M. Grebler |
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C: "Moderne Helme ohne Größenverstellung" Dieser Typ von Helme ist in den letzten ca. 10 Jahren modern geworden. Im Gegensatz zu den o.g. Helmen bieten sie keine Größenverstellung, eine oft nur sehr begrenzte Belüftung. Heute sind Helme dieser Art etwas gleich weit verbreitet wie die Leichtbau-Helme von Casco usw.
Begründet wurde dieser Helmtype hierzulande durch die Firma Pikeur als diese das erste Modell des "GPA" Reithelme auf den Markt brachte. Nicht nur der für damalige Verhältnisse
extrem hohe Preis sondern auch das damals moderne Design und die Verwendung von High-Tech-Material brachten diesem Reithelm eine Sonderrolle ein. Auch wurde ihm eine besonders große Sicherheit
nachgesagt, ob dies tatsächlich der Fall war und ist, sei dahingestellt. Ein paar Jahre später wurde das Angebot durch die Helme "GPA Textium" und "GPA Titium" ergänzt, welche sich
im Material, opitschen Details und im Preis unterscheiden. Diese Reithelme waren aufgrund des Preises gewissermassen auch ein Prestige-Objekt, wurden vorallen von Berufsreitern und
Springreiterin getragen. Der Erfolg führte schnell zu deutlich billigeren Kopien diverser Handelsmarken-Herstellern, bei denen jedoch mit Abstrichen bei der Sicherheit gerechnet werden muß!
Letztlich sind diese Helme eine Weiterentwicklung des klassischen Reithelms in Richtung mehr Bequemlichkeit und modernes Design.
Das neueste Modell "Speed Air" von Pikeur aus der GPA Serie, ein ziemlich futuristisch wirkender Helme, besitzt zusätzliche Lüftungsgitter und kostet dann über 400 Euro. (Auch von diesem Design gibt es inzwischen diverse Nachbauten.) Da wie oben geschrieben die Kopfweite gar nicht und die Beriemung nur sehr begrenzt verstellbar sind, sollte man man Kauf umso sorgfältiger darauf achten, ob der Reithelm gut passt oder nicht.
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Foto © M. Grebler |
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D. "Military-Helme" Wie der Name schon sagt stammen diese Reithelme ursprünglich aus dem Vielseitigkeitssport. Sie haben eine glatte Oberfläche (meist ohne jegliche Belüftung) und kein "Schild" welches unter Umständen Verletzungen hervorrufen könnte. In der Regel werden diese Helme mit einem Satin-Überzug getragen, den es vielen bunten Farben gibt. Diese Reithelme sind (wie die Typen A. und C.) nur in festen Größen erhältlich und es gibt sie sowohl mit 3-Punkt wie mit 4-Punkt-Beriemung, welche aus Nylon oder auch Leder sein kann. Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen im VS-Sport gelten diese Helme als besonders sicher. Dies gilt aber auch nur dann, wenn man einen Helm der bekannten VS-Marken (meist aus England: Charles Owen, Gatehouse usw. ) kauft und keine billige "Kaufhaus-Ware" unbekannter Herkunft. |
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Ein paar Worte zum "Kinnschutz": Früher war dieses Kunststoffteil am Kinn ein Sicherheits-Kriterium, fast alle "sicheren" Reitkappen hatten es. Ob es jemals ernsthaft als "Schutz" für das Kinn betrachtet wurde, sei mal dahingestellt. Jedenfalls wurde damit der Kinnriemen gut fixiert, was der Kappe insgesamt einen einigermaßen sicheren Sitz verschaffte. Zwischenzeitlich sind diese Kinnkappen verboten, d.h. normgerechte Reithelm dürfen sie nicht besitzen. Grund waren wohl diverse Verletzungen (vorallem Kieferbrüche), welche dadurch verursacht wurden. |
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Reithelm gebraucht kaufen? Vom Kauf gebrauchter Reithelme kann ich im Allgemeinen nur abraten!
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Reitkappen wie hier rechts abgebildet werden auf eBay häufig angeboten und erzielen bei gutem Zustand regelmäßig Verkaufspreise bi zu 10 Euro. Diese Kappen stammen aus den frühen 90iger Jahren und entsprechen in keinster Weise heutigen Sicherheits-Standards. Vor deren Benutzung beim Reiten kann nur eindringlich gewarnt werden. Die Dicke beträgt bei diesem Modell weniger als 1 cm, bei klassichen Reithelmen nach neuester Norm sind es etwa 2-3 cm! Zu erkennen ist dieses seinerzeit weit verbreitete Standard-Modell an folgenden Kriterien:
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![]() Foto © M. Grebler |
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Kauf im Versandhandel?
Mitunter wird vom Versandkauf abgeraten, da ein Reithelm ja schließlich passen muß und man daher um eine Anprobe nicht herumkommt. Das ist soweit natürlich richtig.
Allerdings gibt es im Versandhandel grundsätzlich ein 14-tägiges Rückgaberecht, so daß man den Helm (oder die Helme) seiner Wahl zu Hause viel sorgfältiger anprobieren
kann als die in einem Laden möglich wäre. Um festzustellen ob ein Reithelm WIRKLICH passt ist ein mehrstündiges Tragen zu Hause sicher eine gute Möglichkeit.
(Aber bitte vorher Haare waschen für den Fall daß der doch zurückgeschickt wird!!) |
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Ein Reithelm muß gut passen und fest sitzen! Nicht passende oder falsch eingestellte Reithelme dürften die häufigste Ursache für durch den Helm verursachte Verletzungen sein! Sowohl beim Kauf (vorallem bei nicht verstellbaren Modellen) als auch bei der Einstellung ist folgendes zu beachten: Die Helmgröße sollte so gewählt (bzw. eingestellt) werden, daß der Helm fest auf dem Kopf sitzt, natürlich ohne zu drücken oder Kopfschmerzen zu verursachen. Die Beriemung sollte so eng wie möglich eingestellt werden, teilweise sind den Helmen Anleitungen beigefügt, wie die Einstellung am besten durchgeführt wird. Der Helm sollte sich mit der Hand möglichst wenig nach vorne oder hinten verschieben lassen. Vorsicht ist bei Helmen geboten, die kaum eine Einstellung für die Beriemung zulassen! |
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![]() Fotos © M. Grebler |
Hier ist der Kinnriemen offensichtlich viel zu locker eingestellt. Der Helm lässt sich fast beliebig weit nach hinten oder vorne verschieben. Bei einem Sturz ist der Helm so im günstigsten Fall eher wirkungslos, kann aber auch zu schweren Verletzungen führen! |
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Reithelm im Winter Frostige Wintertage stellen den sicherheitsbewußten Geländereiter mitunter vor ein erhebliches Problem. Sich die Ohren abfrieren oder auf den Reithelm verzichten? Nun, beides ist keine Lösung! Wer einen größenvestellbaren Reithelm besitzt, kann (sofern nach oben noch Spielraum ist) diesen einfach größer einstellen und eine dünne Wollmütze (oder Strinband) darunter ziehen. Andernfalls wäre es zu überlegen, für den Winter einen zweiten Reithelm anzuschaffen, ca. 2 Nummern größer (ausprobieren!) um ebenfalls eine Mütze darunter anziehen zu können. Anstatt einer Strickmütze gibt es auch im Fahrradhandel ganz dünne Kälteschutzhaben, die kaum auftragen. Eine denkbare Alternative sind auch so genannte "Earbags", die an den Riemen des Helms befestigt werden und die Ohren warm halten sollen. (Ich persönlich konnte mich nicht damit anfreunden.) So angenehm übrigens die gute Belüftung moderner Reithelme im Sommer ist, so sehr wünscht man sich bei eisigem Wind dann manchmal die klassischen "winddichten" Modelle! :-) |
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